ANSI Z87.1 erklärt (2026): Ihr Leitfaden für konforme Schutzbrillen

Verwirrt von der ANSI Z87.1-Kennzeichnung auf Schutzbrillen? Dieser Leitfaden erläutert die Norm von 2026 und erklärt Schlagfestigkeitsklassen, Linsentypen und wie Sie die richtige Schutzbrille für Ihren Arbeitsplatz auswählen.

Als Sicherheitsbeauftragter oder Firmeninhaber ist es unerlässlich, dass Ihr Team ordnungsgemäß ausgerüstet ist. Bei Augenschutz ist die wichtigste Kennzeichnung ANSI Z87.1. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine beliebige Zeichenfolge auf dem Brillenrahmen, sondern um ein Gütesiegel des American National Standards Institute (ANSI). Es bestätigt, dass die Schutzbrille strenge Sicherheitskriterien zur Vermeidung von Augenverletzungen erfüllt.

Das Verständnis dieser Norm ist ein zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Sicherheitsprogramms. Dieses Thema behandeln wir ausführlich in unserem Leitfaden „Arbeitssicherheit & PSA: Der umfassende Leitfaden zur Einhaltung der Vorschriften 2026“. Dieser Artikel konzentriert sich jedoch speziell darauf, die Z87.1-Norm verständlich zu machen. Wir erläutern die Kennzeichnungen, den Unterschied zwischen Basis- und Hochleistungsschutz und helfen Ihnen bei der Auswahl des passenden Schutzes für die jeweilige Aufgabe Ihres Teams.

Was ist der ANSI Z87.1-Standard?

Die ANSI Z87.1-Norm ist der amerikanische nationale Standard für persönliche Augen- und Gesichtsschutzgeräte im Arbeits- und Bildungsbereich. Vereinfacht ausgedrückt legt sie die Mindestanforderungen an Schutzbrillen fest, um vor spezifischen Gefahren am Arbeitsplatz wie Stößen, Strahlung, Flüssigkeitsspritzern und Staub zu schützen.

Man kann sie sich als eine Art universelle Sprache für Schutzbrillen vorstellen. Wenn Sie die Kennzeichnung „Z87“ auf einer Schutzbrille sehen, wissen Sie, dass sie eine Reihe spezifischer Tests hinsichtlich Haltbarkeit und Schutzwirkung bestanden hat. Die Norm ist leistungsorientiert, das heißt, sie konzentriert sich auf die Funktionen des Geräts und nicht nur auf dessen Herstellung. Sie wird regelmäßig aktualisiert, um neuen Technologien und veränderten Gegebenheiten am Arbeitsplatz Rechnung zu tragen. Die wichtigsten Überarbeitungen werden die im Jahr 2026 verfügbare Ausrüstung prägen.

Entschlüsselung der Markierungen: Was Z87+ und andere Symbole bedeuten

Entschlüsselung der Markierungen: Was Z87+ und andere Symbole bedeuten

Die Kennzeichnungen auf Schutzbrillen geben Auskunft über deren Eigenschaften. Sie befinden sich üblicherweise sowohl auf den Gläsern als auch auf dem Gestell. Bei unterschiedlichen Kennzeichnungen gilt die niedrigere der beiden Schutzklassen. Hier finden Sie eine Übersicht der gängigsten Symbole, die Ihnen ab 2026 begegnen werden.

| Kennzeichnung | Bedeutung & Anwendung |

| :--- | :--- |

| Z87 | Grundlegender Aufprallschutz: Die Schutzbrille hat den grundlegenden Aufpralltest bestanden. Geeignet für Umgebungen mit geringem Risiko durch herumfliegende Teile. |

| Z87+ | Hoher Aufprallschutz: Die Schutzbrille hat deutlich strengere Aufpralltests mit hoher Masse und hoher Geschwindigkeit bestanden. Unverzichtbar für Schleif-, Meißel- und Bearbeitungsarbeiten. |

| D3 | Spritz-/Tropfenschutz: Die Schutzbrille (in der Regel eine Schutzbrille) bietet Schutz gegen Flüssigkeitsspritzer und -tropfen. |

| D4 | Staubschutz: Die Schutzbrille (in der Regel eine Schutzbrille) bietet Schutz gegen Feinstaubpartikel. | | D5 | Feinstaub: Bietet Schutz vor sehr feinem Staub, wie er beispielsweise bei Trockenbau- oder Betonarbeiten vorkommt. |

W | Schweißen: Gefolgt von einer Schutzstufe (z. B. W3.0), die den Schutzgrad beim Schweißen angibt. |

U | UV-Strahlung: Gefolgt von einer Zahl (z. B. U6), die den UV-Filtergrad angibt. U6 bietet 99,9 % Schutz. |

V | Variable Tönung: Die Gläser sind photochrom, d. h. sie dunkeln sich bei Einwirkung bestimmter Lichtstrahlung ab. |

S | Spezialanwendung: Dies kennzeichnet Gläser mit einer vom Hersteller definierten speziellen Tönung oder Eigenschaft. |

Rx | Korrektionsgläser: Die Brille ist für Korrektionsgläser geeignet.

Hohe Schlagfestigkeit vs. Standard-Schlagfestigkeit: Der entscheidende Unterschied beim „Z87+“.

Der wichtigste Unterschied in der Norm liegt zwischen „Z87“ und „Z87+“. Das Pluszeichen bedeutet, dass die Schutzbrille für hohe Stoßbelastungen geeignet ist – eine Voraussetzung für die meisten industriellen Anwendungen.

Um die „+“-Kennzeichnung zu erhalten, muss die Schutzbrille zwei strenge Tests bestehen:

  • Hochleistungs-Schlagtest: Ein spitzes Gewicht von 500 Gramm wird aus einer Höhe von über 1,20 Metern auf die Schutzbrille fallen gelassen. Zum Bestehen des Tests müssen Rahmen und Gläser intakt bleiben und es dürfen sich keine Teile lösen und das Auge berühren.

  • Hochgeschwindigkeits-Schlagtest: Eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 6,35 mm wird mit über 160 km/h auf die Schutzbrille geschossen. Die Kriterien für das Bestehen sind dieselben: Gläser und Rahmen dürfen nicht brechen oder durchschlagen werden und das Auge erreichen.

Schutzbrillen mit der Kennzeichnung „Z87“ wurden nicht auf diese Belastungen getestet. Für alle Umgebungen, in denen Materialien geschnitten, geschliffen, gehämmert oder anderweitig bewegt werden, ist Z87+ die Mindestanforderung. Als Sicherheitsmanager vereinfacht die Standardisierung auf Z87+ die Beschaffung und beseitigt das Risiko, dass ein Mitarbeiter unterdimensionierte Schutzausrüstung verwendet.

Arten von Schutzbrillen gemäß der Norm

Die Norm ANSI Z87.1 gilt für verschiedene Arten von Schutzausrüstung, die jeweils für unterschiedliche Gefahren geeignet sind.

  • Schutzbrillen (Brillen): Die gebräuchlichste Schutzform. Sie bieten Schutz von vorne und von der Seite vor mäßigen Aufprallgefahren. Moderne Modelle sind leicht, komfortabel und mit fortschrittlichen Beschichtungen erhältlich.

  • Schutzbrillen mit Rundumschutz (Visierbrillen): Diese bieten einen 360°-Rundumschutz um die Augen. Visierbrillen sind die vorgeschriebene Wahl zum Schutz vor Staub, Feinstaub und Chemikalienspritzern (achten Sie auf die Kennzeichnungen D3/D4/D5).

  • Gesichtsschilde: Diese bieten einen breiteren Schutz für das gesamte Gesicht, gelten aber als sekundärer Schutz. Sie müssen immer zusammen mit einem primären Schutz – wie einer Schutzbrille oder Visierbrille gemäß Z87+ – getragen werden. Gesichtsschilde eignen sich ideal zum Schutz vor Spritzern, Hitze und Aufprallkräften.

Fortschrittliche Linsentechnologie und Beschichtungen im Jahr 2026

Neben der Stoßfestigkeit bieten moderne Schutzbrillen Technologien, die Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit deutlich verbessern. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Schutzbrille auf folgende Merkmale:

  • Antibeschlagbeschichtung: Unverzichtbar für Arbeiten in feuchter Umgebung oder beim Tragen einer Atemschutzmaske. Moderne Dual-Action-Beschichtungen sind chemisch mit der Linse verbunden und widerstehen wiederholter Reinigung – eine deutliche Verbesserung gegenüber den früher üblichen, leicht abnutzbaren Beschichtungen.

  • UV-Schutz: Die meisten Polycarbonat-Schutzgläser blockieren von Natur aus über 99 % der UV-A- und UV-B-Strahlung. Achten Sie auf die Kennzeichnung „U6“ für zertifizierten maximalen Schutz, der für Arbeiten im Freien unerlässlich ist.

  • Kratzfestigkeit: Harte Beschichtungen schützen die Linse vor Kratzern, die die Sicht beeinträchtigen können. Klare Sicht ist ein entscheidendes Sicherheitsmerkmal.

  • Tönungen: Die Wahl der richtigen Tönung optimiert die Sicht in verschiedenen Umgebungen.

  • Klar: Für allgemeine Anwendungen in Innenräumen.

  • Grau/Rauchglas: Reduziert Blendung bei Arbeiten im Freien in hellem Sonnenlicht.

  • Bernstein/Gelb: Verbessert den Kontrast bei schwachem Licht, z. B. in Lagerhallen oder an bewölkten Tagen.

  • Innen/Außen (I/O): Eine leichte Spiegeltönung, die Blendung reduziert, ohne die Farben zu verfälschen. Ideal für Mitarbeiter, die häufig zwischen Innen- und Außenbereichen wechseln.

Auswahl von Schutzbrillen: Ein gefahrenbasierter Ansatz

Die Wahl der richtigen Schutzausrüstung hängt nicht von der teuersten Option ab, sondern davon, die Ausrüstung an die spezifischen Gefahren am Arbeitsplatz anzupassen. Eine formale Gefährdungsbeurteilung ist die beste Methode, aber diese Tabelle bietet einen guten Ausgangspunkt für gängige Tätigkeiten.

| Vorhandene Gefahr | Erforderliche Schutzausrüstung | Empfohlene Kennzeichnung |

:--- |:--- |:--- |

Fliegende Partikel, Späne, Staub (Schleifen, Sägen, Bearbeiten) | Schutzbrille oder -visier | Z87+ |

Chemikalienspritzer oder -tropfen (Laborarbeiten, Reinigen) | Belüftete oder nicht belüftete Schutzbrille | Z87+, D3 |

Feinstaub (Schleifen, Betonarbeiten) | Geschlossene Schutzbrille | Z87+, D4/D5 |

Schweißen/Löten/Schneiden | Schweißerbrille oder -helm | Z87+, W (Schutzstufe) | | Arbeit im Freien / UV-Strahlung | Schutzbrille | Z87+, U6 |

Hohes Risiko durch Aufprall und Spritzer (z. B. Bersten einer Flüssigkeitsleitung) | Gesichtsschutz über der Schutzbrille | Z87+ (beidseitig) |

Pflege, Wartung und wann ein Austausch erforderlich ist

Selbst die besten Schutzbrillen sind wirkungslos, wenn sie nicht gepflegt werden. Schulen Sie Ihr Team in diesen wichtigen Punkten:

  1. Täglich reinigen: Verwenden Sie ein Mikrofasertuch und eine speziell für beschichtete Gläser entwickelte Reinigungslösung. Vermeiden Sie raue Tücher oder Papiertücher, da diese die Oberfläche zerkratzen können.

  2. Vor Gebrauch prüfen: Prüfen Sie die Gläser auf tiefe Kratzer, Risse oder Poren. Achten Sie auf Spannungsrisse oder Beschädigungen am Gestell. Bei Beschädigungen darf die Schutzbrille nicht mehr verwendet werden.

  3. Richtige Aufbewahrung: Bewahren Sie die Brille in einem sauberen Etui oder Mikrofaserbeutel auf, um sie vor Kratzern und Stößen zu schützen, wenn sie nicht getragen wird.

Schutzbrillen haben kein festes Verfallsdatum, sollten aber ersetzt werden, sobald ihre Schutzwirkung beeinträchtigt ist. Tiefe Kratzer können die Gläser schwächen und die Sicht behindern, während ein verbogenes Gestell den Sitz und die Stoßfestigkeit beeinträchtigen kann.

Die ANSI-Norm Z87.1 bildet die Grundlage jedes effektiven Augenschutzprogramms. Durch das Verständnis der Kennzeichnungen – insbesondere des entscheidenden Unterschieds zwischen Z87 und der höheren Schutzklasse Z87+ – können Sie über die bloße Einhaltung der Vorschriften hinausgehen und eine echte Sicherheitskultur etablieren. Ziel ist es nicht nur, Schutzbrillen bereitzustellen, sondern für jede Tätigkeit die richtige Schutzbrille. Ein gut geschützter Mitarbeiter ist ein selbstbewusster und produktiver Mitarbeiter. Alles beginnt mit einem klaren Blick auf die Risiken und der richtigen Ausrüstung, um diese zu minimieren.

Frequently Asked Questions

Entsprechen alle Schutzbrillen der Norm ANSI Z87.1?
Nein. Nur Brillen, die von einem akkreditierten Labor geprüft und zertifiziert wurden, dürfen die Kennzeichnung Z87.1 tragen. Prüfen Sie vor dem Kauf oder der ersten Benutzung immer, ob sowohl die Gläser als auch das Gestell mit dem offiziellen Prüfzeichen versehen sind.
Was bedeutet das „+“ bei Z87+?
Das „+“ bedeutet, dass die Schutzbrille Aufpralltests mit hoher Geschwindigkeit und hoher Masse bestanden hat. Dies ist der Standard, auf den Sie in den meisten Industrie-, Baustellen- und Werkstattumgebungen achten sollten, in denen die Gefahr von umherfliegenden Teilen besteht.
Sind die ANSI Z87.1-Standards von der OSHA vorgeschrieben?
Ja, die US-Arbeitsschutzbehörde (OSHA) verpflichtet Arbeitgeber, sicherzustellen, dass ihre Beschäftigten bei Gefährdung durch geeignete Augen- oder Gesichtsschutzmaßnahmen geschützt sind. Die OSHA-Vorschriften verweisen auf die Norm ANSI Z87.1 (29 CFR 1910.133), wodurch die Einhaltung dieser Norm an den entsprechenden Arbeitsplätzen gesetzlich vorgeschrieben ist.
Kann ich meine normale Korrektionsbrille als Schutzbrille verwenden?
Nein. Normale Korrektionsbrillen sind nicht für den Schutz vor starken Stößen ausgelegt und entsprechen nicht den ANSI-Normen. Sie müssen entweder eine Korrektionsschutzbrille (deren gesamtes Gestell und die Gläser der Norm Z87.1 entsprechen) oder eine Überbrille (OTG-Schutzbrille) über Ihrer normalen Brille tragen.
Wie oft sollte ich meine Schutzbrille austauschen?
Es gibt keinen festgelegten Austauschtermin. Sie müssen Ihre Schutzbrille sofort ersetzen, wenn die Gläser stark zerkratzt, beschädigt oder rissig sind oder wenn der Rahmen verbogen oder auf irgendeine Weise beschädigt ist, die Passform und Stabilität beeinträchtigt.